Jetzt.de hat bei Nachwuchsautor Andreas Keck angerufen, der gleichzeitig wie der Schriftstellerstar Daniel Kehlmann seinen Roman Ruhm veröffentlicht hat. Ruhm wird bei Keck allerdings groß geschrieben und mit einem Ausrufezeichen, also RUHM! Und so handelt der Künstlerroman auch um Kecks Protagonisten Franz Kappa, der mit allen Mitteln Ruhm erlangen will und deshalb eine Art Skandal verursacht. Mehr dazu ist im Interview von Jetzt.de in der Süddeutschen Zeitung zu lesen und hier auf dem folgenden Link. Außerdem kam es gestern zu einer ersten persönlichen Begegnung der beiden Ruhm Autoren Kehlmann und Keck. Nach Kehlmanns Lesung an der LMU in München hat ihn Keck angesprochen und seinen gleichnamigen Roman geschenkt. Wie die Geschichte weiter geht, zeigt die Zukunft, und das in vielschichtiger Weise: eine literarische Vorlage kann der Roman RUHM! geben, die Variante der Realität erwartet Euch auf unserem Blog!
jetzt.sueddeutsche.de
EIN ANRUF VON JETZT.DE BEI ANDREAS KECK 18/02/2009
HUGENDUBEL 17/01/2009
Als ich sie vor einem halben Jahr gesehen hatte, war sie noch nicht so dünn gewesen, glaube ich. Ich hatte die Buchhandlung deswegen so lange nicht mehr besucht, weil ich die Stadt für eine Weile verlassen hatte. Es war eine große, kommerzielle Buchhandlung und sie arbeitete dort. Da ich immer nur zum Lesen dorthin kam, konnte ich sie stundenlang beobachten, vom hellgiftgrünen Halbkreis der Lesebänke. Ich glaube, sie wusste, dass ich das tat. Sicher wusste sie auch, dass sie außerordentlich hübsch war. Menschen bestellen Bücher mit Namen wie „Die raffinierteste Morde im Tierreich“ oder „Der Sinn des Lebens“. Auch fiel mir auf, dass diejenigen, die auf dem Halbrund neben mir Platz nahmen, fast ausnahmslos Bücher mit Bildern durchblätterten und niemand etwas las. Mein Bild hingegen wurde gerade nach einem Reiseführer für Amsterdam befragt und tippte etwas in den Computer. Sie sah traurig aus. Auch hatte sie mich wiedererkannt. Ein kurzer Blickwechsel genügte. Weswegen war sie so dünn geworden, innerhalb dieses halben Jahres? War es eine Liebesgeschichte? War sie verlassen worden?
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Buchtipp des Tages „RUHM! Ein Künstlerroman“ von Andreas Keck 12/01/2009
„RUHM! Ein Künstlerroman“ von Andreas Keck ist Buchtipp des Tages bei NDR Kulturradio am 8. Januar 2009.
Lesen Sie hier die Rezension von Jan Ehlert, NDR
Hören Sie auf ARD Mediathek „RUHM! Ein Künstlerroman“ von Andreas Keck 12/01/2009
Online-Hörer finden in der ARD Mediathek die Buchrezension von Jan Ehlert, NDR, zu Andreas Kecks neu erschienen
Roman „RUHM! Ein Künstlerroman“.
Ein Auszug aus dem Radiobeitrag: „Aber es wäre Kunst, die sich einen anderen Weg suchte als den durch die
Galerien und Museen. Eine, die die Route der Antimoral einschlug. Das Gesetz durchbrach. Es überwand.“
Hier zum Beitrag des NDR-Kulturradios vom 8. Januar 2009:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/1354360
AndreasKeck.de
Leseprobe „Ruhm!“ 12/01/2009

Ruhm
Aus „RUHM!“
München lag in Deutschland, und mit Deutschland stand es schlecht, zurzeit. Die Jahrtausendwende war passé, schon seit längerem, und nichts war geschehen. Als sie kurz bevorstand, gab es jene, die sagten, der erste Januar Zweitausend sei nur eine willkürlich gesetzte Zahl, und andere, die meinten, das Ganze sei etwas wirklich Außerordentliches. Der erste Januar war vorbeigegangen, und nichts Außergewöhnliches hatte sich ereignet. Und dann folgte Zweitausendeins, und die Erde begann sich zu erwärmen. Es fing an, bergab zu gehen, mit allem. Ein Haufen Nostalgie-Shows im Fernsehen über die Sechziger, Siebziger oder Achtziger konnte die Neue Angst noch ein wenig kaschieren, bis dann noch die Antike im Kino wiederbelebt wurde, und jene längst vergessenen Schlachtszenarien der vulgärfarbenen Fünfziger-Jahre-Filme ein weiteres Mal auf die Leinwand geworfen wurden und mit einem Mal das Kinopublikum wieder in den Krieg geführt wurde. Womit auch die Zeit der Anti-Kriegsfilme endgültig beendet war, und das Thema Krieg zunächst optisch wieder da war. Kriege von Troja und Rom und Konstantinopel als ultima ratio politischer Ungereimtheiten. Hollywood wollte eigentlich damit sagen, dass Kriege tatsächlich wieder denkbar waren und nützlich und vielleicht auch notwendig. Die Politik hielt sich dann auch ans filmische Vorbild. (mehr…)
Inhalt Zusammenfassung „Ruhm!“ 12/01/2009

Ruhm! - ein Künstlerroman von Andreas Keck
Im Gegensatz zu seinem Nachtleben ist Franz Kappas künstlerische Existenz nicht gerade vom Erfolg gekrönt. Seit Jahren versucht er durch auffällige und irrwitzige Kunstaktionen im Münchner Stadtraum Aufmerksamkeit zu erlangen und schlägt dabei äußerst provokative Wege ein, doch bleibt ein künstlerischer Erfolg in der Regel aus.
Franz ist durchdrungen von der Idee, berühmt zu werden. Nachdem eine weitere aufwändige Kunstaktion scheitert und ein erfolgreicher Abschluss seines Studiums immer unwahrscheinlicher wird, trifft er eine folgenschwere Entscheidung. Diese verhilft ihm zu Ruhm und Ansehen. Franz Kappa befindet sich auf dem Zenit seines Erfolges. Es gelingt ihm bravourös, den Medien- und Kulturbetrieb für sich zu gewinnen und überall Chaos zu verbreiten. Richtig verstehen will ihn aber auch jetzt noch niemand.
Die Menage à trois zwischen ihm, seiner Freundin Iana und Olga besteht immer noch und nimmt teils groteske Formen an, sodass es abzusehen ist, dass diese Konstellation, kombiniert mit dem glamourösen, exzessiven Leben nicht von Dauer sein kann.
Eine unsensible politische Kunstaktion begründet schließlich das Ende seines Ruhmes. Franz Kappa geht als Eintagsfliege und Fußnote in die Jahrbücher der Kunstgeschichte ein.
„Ruhm!“ gewährt einen tiefen Einblick in den Kosmos zeitgenössischer Kunst. Im Mittelpunkt steht der Künstler Franz Kappa, dessen Scheitern nicht auf die Versuchungen des Ruhmes zurückzuführen ist, sondern sich im zwischenmenschlichen Bereich abspielt. Der Roman beleuchtet das gesellschaftliche Phänomen Ruhm und zeichnet eine Person, die für die Rolle des Stars geschaffen scheint; eine Person, die vom Ruhm angezogen wird und die gleichermaßen der Ruhm zu sich zieht.
Die zunehmende Lust am glamourösen Leben verschüttet jedoch bald die ursprüngliche Idee des jungen Künstlers, in der Kunst Antworten auf das Leben zu finden.
Mit „Ruhm!“ ist dem Autor ein weiteres Mal das gelungen, was die Leser seines ersten Buches schon zu schätzen wussten. Keck zeichnet ein ausgefeiltes Psychogramm des Hauptprotagonisten, der gerade ob seiner menschlichen Schwächen ein hohes Maß an Identifikation ermöglicht – auch wenn es sich dabei um teils unliebsame Seiten handelt, die man an sich selbst oftmals erkennen, sich diese aber selten eingestehen mag. Die Introspektion lässt tief in die menschlichen Abgründe der Hauptperson Franz Kappa blicken, und Andreas Keck versteht es, dieses Seelenleben mittels eines zum Teil stark elliptischen Schreibstils authentisch darzustellen. Nicht zuletzt seine jahrelange Erfahrung im Psychiatriebereich befähigt den Autor, stets ein derart drastisches Bild seiner Protagonisten zu zeichnen, und schlussendlich sind doch gerade die dunklen Seiten seiner Figuren das Menschliche an ihnen.